Ein neues, schnelles und individuell gestaltetes Linux Laptop

Linux Laptop – ein Update für die Programmierung

Wir schreiben das Jahr 2019, genauer gesagt März 2019. Zwei junge dynamische Typen gründen die Pixlmania GbR. Bepackt mit zwei Macbooks für den Start in die Selbstständigkeit, machen wir uns auf, Projekte für unsere Kunden umzusetzen.

Kundenprojekte werden immer größer

Fast Forward in den Januar 2021. Die Kundenprojekte werden größer, mehr Programme müssen gleichzeitig geöffnet sein. Ich merke, wie mein Macbook unter der Last ächzt und nach „Ruhestand“ verlangt.

Ein paar Monate zuvor hatte Apple die neuen Apple eigenen M1 Chips vorgestellt und bot das Einsteiger Macbook Air für einen absoluten Schleuderpreis an. Ich nutze also die Chance, und ordere eine neues Macbook Air mit 8 Gigabyte Arbeitsspeicher, 256 Gigabyte Festplatte und dem neuen M1 Chip.

Wenn ich den Sprung vom alten Macbook zum neuen Macbook heute, nach mehr als 2 Jahren nochmal beschreiben müsste, würde ich die Worte „ein neues Zeitalter ist angebrochen“ nutzen. Damals fehlten mir schlicht die Worte überhaupt nur annähernd auszudrücken, wie schnell, responsiv das neue Macbook sich anfühlte.

Selbst mit vergleichbar geringen Specs war das Laptop eine absolute Rakete. Ich bin bis heute der Meinung, dass Apple mit den neuen, eigens entwickelten Chips die Weichen für eine neue Generation Laptops gestellt hat. macOS ist und bleibt für mich das Betriebssystem, mit dem ich am liebsten arbeite. Die Handhabe, das durchdachte Ökosystem und die Zuverlässigkeit haben mich all die Jahre überzeugt, und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Artwork eines MacBook Air 2021

Nach nunmehr dauerhafter, intensiver Nutzung, zeigt das Macbook Leistungsgrenzen auf, die deutlich in meinem Arbeitsalltag hindern. Habe ich beispielsweise ein Zoom Meeting, Docker for Mac, Chrome und gleichzeitig noch IntelliJ geöffnet, kommt das MacBook spürbar ins Schwitzen.

Mir wurde klar, dass ich für rechenintensive Aufgaben wie Softwareentwicklung und Gestaltung eine zweite Maschine gebrauchen könnte, ganz ohne dabei mein MacBook zu ersetzen. Es sollte ein zusätzliches Werkzeug werden, das mir Luft verschafft, wenn die Kundenprojekte größer und die parallel laufenden Programme mehr werden. Also setzte ich die Detektiv Mütze auf und suchte in allen möglichen Shops für Apple Geräte nach günstigen Angeboten, um zumindest die Möglichkeit eines leistungsstärkeren MacBook Pro zu prüfen.

Meine Vorstellungen dabei waren folgende:

Leider ergab meine Suche keine Treffer, welche auch nur annähernd zufriedenstellend gewesen wären. Es gab beispielsweise im Apple eigenen Shop MacBook Pros, die allerdings immer zu wenig Festplattenspeicher boten und mehr als 300,00 € zu teuer waren. Ein ehemaliger Admin, mit dem ich früher zusammengearbeitet hatte, brachte mich auf eine andere Idee: Warum nicht ein zweites, günstigeres Gerät zusätzlich zum MacBook anschaffen, das gezielt für Entwicklung und Gestaltung genutzt wird? Er empfahl mir ein Lenovo Thinkpad der neuesten Generation als Ausgangspunkt für meine Recherche.

Viele Jahre verbrachte ich nun schon mit Apple Laptops, und daran wollte und will ich auch nichts ändern. Die Arbeitsweise, das Aussehen, die Handhabe von macOS gefällt mir nach wie vor. Sicherheitsprobleme waren nie eine Frage, kurzum, ich bin mehr als zufrieden mit macOS. Der Gedanke war also nie, das Apple Universum zu verlassen, sondern es sinnvoll zu ergänzen. Denn für bestimmte Aufgaben, insbesondere ressourcenintensive Entwicklungs und Gestaltungsarbeiten, wünschte ich mir zusätzliche Power, ohne meinem MacBook zu viel zuzumuten.

Artwork eines Infinity Book Pro 14

Die Suche nach meiner neuen "Dream Machine"

Ich begann aktiv zu beobachten, für welche Aufgaben sich ein zweites Gerät wirklich lohnen würde, und fand heraus, dass ich im täglichen Arbeitsalltag bis auf Apple Mail viele Programme nutze, die auch auf anderen Betriebssystemen wie Linux und Windows funktionieren würden. Das machte den Weg frei für ein Linux Laptop als gezielte Ergänzung, speziell für Programmierung und Design, während mein MacBook weiterhin mein Hauptgerät für alles andere bleiben sollte.

Ein paar Jahre zuvor, in der Zeit als angestellter Entwickler, benutze ich bereits ein Linux Laptop. Szenarien wie dauerhaft laufende Lüfter bei zugeklapptem Display, Audiotreiber Problemen, mangelhafte Display Treiber usw. stiegen mir als die damals vorherrschenden Horrorszenarien in den Kopf. Oben genannter ehemaliger Kollegen entschärfte diese Bedenken mit den Worten: „Digga, auch Linux hat sich weiterentwickelt!“

Somit machte ich mich auf, nach meiner idealen Zweitmaschine zu suchen. Erschlagen von den Suchergebnissen für „Linux Laptop“ bei Google, den Angeboten von HP, Dell, Lenovo und anderen, fing ich an, Erfahrungsberichte zu verschiedenen Laptop Modellen von anderen Entwicklern zu lesen, die ihre Arbeit ebenfalls auf mehrere Geräte verteilen. Ein Laptop, was immer wieder genannt wurde, war das „Lemur Pro“ von System 76. Zwar gefiel mir die möglichen Ausstattungsvariante, aber ganz die „Dream Machine“ meiner Vorstellung war das noch nicht.

Nach einer weiteren abendlichen Suche, tauchte plötzlich die Deutsche Firma „Tuxedo Computers“ auf meinem Radar auf. Etwas unscheinbar und mit dem Slogan „Linux-Hardware im Maßanzug“ klickte ich die Angebote durch. Das ideale Zweitgerät für meine Entwicklungs und Gestaltungsarbeit. Ich hatte es gefunden. Aber nicht so schnell! Wie kann ich nun sicherstellen, dass das von mir ausgewählte „TUXEDO InfinityBook Pro 14“ genau das ist, was ich mir erhoffe? Reviews und Nutzungsberichte von YouTubern überzeugten mich schlussendlich. Ein „TUXEDO“ wird es, als treuer Begleiter neben meinem MacBook.

Als Optionen beim Kauf wählte ich folgende Upgrades:

Damit hatte ich das Budget um ein paar Euro überschritten, löste die Bestellung aber dennoch kurzerhand aus. In der Bestellbestätigung bekam ich Anweisungen für das Zusenden von Daten für das individuelle Gehäuselogo und das individuell gestaltete Tastaturlayout. Diese 2 Optionen habe ich bewusst gewählt, um das Laptop von einem Standard 08/15 Laptop in einen „Blickfang“ zu verwandeln, der nun als leistungsstarke Ergänzung neben meinem geliebten MacBook in meinem Arbeitsalltag seinen festen Platz gefunden hat.

Linux Laptop Infinity Book Pro 14 Keyboard links
Linux Laptop Infinity Book Pro 14 Keyboard rechts

In mühevoller Kleinarbeit habe ich ein Tastaturlayout entworfen und auf das Laptop gebracht.  Auch dasFirmenlogo sollte auf den Displaydeckel. Wenn ich schonmal die Möglichkeit habe, solche Individualisierungen zu nutzen, dann richtig!

Gute 4 Wochen hat es gedauert, nachdem ich am 10. Januar 2023 die Bestellung auslöste, bis das lang ersehnte Paket bei mir eintraf. Zwar waren manche E-Mails mit Tuxedo Computers etwas, na sagen wir mal, holprig, aber war ich immer wieder mehr als erstaunt, wie schnell und hilfreich der Kundensupport seitens Tuxedo war. Ich wusste zu jeder Zeit, wie es um meine Bestellung steht. Selbst über das Zusammentragen der einzelnen Komponenten im Lager wurde ich informiert. So geht Kundensupport!

Nun steht sie hier, meine neue Zweitmaschine in einem Pixlmania Gewand. Leistungstechnisch meinem MacBook in bestimmten Disziplinen deutlich überlegen, Arbeitsspeicher bis zum Sankt Nimmerleinstag, Anschlüsse in Hülle und Fülle. Es funktioniert einfach! Genau das, was ich wollte: zusätzliche Leistung in einem kleinen Formfaktor, die ihren Dienst tut wie ich es erwarte, zu einem vertretbaren Preis.

Linux Laptop Infinity Book Pro 14 aufgeklappt von außen mit Pixlmania Logo

MacOS bleibt für mich das Betriebssystem, mit dem ich am liebsten arbeite, und das MacBook nach wie vor mein Hauptgerät im Alltag. Umso überraschter war ich, wie leicht mir der Einstieg in die Arbeit mit Ubuntu 22.10 auf dem Tuxedo fiel. Out of the Box funktioniert alles. Zwar hatte ich in den ersten Stunden mit der Umstellung von der CMD Taste unter dem Daumen auf die Strg Taste unter dem kleinen Finger zu tun, es dauerte aber nicht lange, bis sich das Muskelgedächtnis an die neuen Tastenkombinationen gewöhnt hatte, wenn ich am Tuxedo saß.

Grundsätzlich fiel mir erst jetzt, nachdem ich Linux wieder für eine Weile parallel zu macOS verwende, auf, wie ähnlich sich meine Arbeitsweise auf beiden Systemen eigentlich ist. Das mag zum einen der Natur der Entwickler Tätigkeit geschuldet sein, zum anderen aber der heute vorherrschenden Verfügbarkeit aller möglichen Programme auf allen Plattformen. Gerade das macht es so einfach, zwischen MacBook und Linux Laptop hin und her zu wechseln, je nachdem, welche Aufgabe gerade ansteht.

Fazit

Gefühlt hat sich in den letzten Jahren viel in der Linux Welt der Desktops getan. Umso dankbarer bin ich heute dafür, diese Maschine mit einer Ausstattung mein eigen nennen zu dürfen, die auf meine Bedürfnisse für Programmierung und Gestaltung angepasst ist und zukünftig potenziell erweitert werden kann, als sinnvolle Ergänzung zu meinem MacBook, nicht als Ersatz dafür.

Ubuntu und Linux an sich sind an manchen Stellen etwas hakelig, die Akkulaufzeit ist nicht auf dem Level des MacBook, das Laptop hat einen Lüfter im Gegensatz zum MacBook, aber ich bin bereit, über diese „Mängel“ hinweg zu schauen, wenn ich bei rechenintensiven Aufgaben schneller und damit stressfreier ans Ziel komme. Nicht zuletzt zählt gerade in unserer Branche „Zeit ist Geld“.

Wer sich im Apple Universum wohl fühlt, das nötige Kleingeld für die „großen“ Maschinen hat und bereit ist, dieses auch auszugeben, dem empfehle ich, im Apple Universum zu bleiben, so wie ich es für meine Hauptarbeit auch weiterhin tue.

Wer allerdings, so wie ich, nach einer zusätzlichen Maschine sucht, die wahrlich vor Performance strotzt, ohne dabei den Geldbeutel direkt auszurauben, dem empfehle ich ganz klar, den Blick auf ein Linux Laptop als Ergänzung zu werfen. Wer den Schritt wagt, wird nicht enttäuscht!

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